Gute Laune bei schlechtem Wetter: im Verkehrszentrum des Deutschen Museums

Sommer, Sonne, äh Regen. Endlich Wochenende, doch das Wetter spielt mal wieder nicht mit? Halb so wild! Vorausgesetzt man ist flexibel. Gerade dann, wenn die Kinder unbedingt Bewegung brauchen und etwas erleben möchten, stellt sich der regnerische Tag in den eigenen vier Wänden schwierig dar. Ganz in der Nähe der Theresie, am Bavariapark 5, lauert unser Geheimtipp für verregnete Tage: das Verkehrszentrum des Deutschen Museums. In drei verschiedenen Hallen treffen an diesem magischen Ort Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Mobilität mit über 1.500 historischen und aktuellen Exponaten aufeinander und faszinieren Groß und Klein gleichermaßen.

Halle 1 – Stadtverkehr

Wir beginnen unsere Fahrt in Halle 1. Hier erwartet uns das Thema Stadtverkehr. Die Reise in diesen beginnen wir etwa 120 Jahre zuvor, beim Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert, als Kutschen und Pferde das Verkehrsbild einer Stadt dominierten. Über den Reibradwagen als eines der ersten motorisierten Fortbewegungsmittel führt unsere Reise hin zu Elektrofahrzeugen. Anders als von vielen angenommen, liegt deren Ursprung nicht erst im 21. Jahrhundert. 1900 sollen ca. 38 Prozent der Kraftfahrzeuge in New York Elektrofahrzeuge gewesen sein. Lediglich 22 Prozent waren Verbrenner. Interessanterweise schien das Problem von Elektroautos damals schon dasselbe wie heute gewesen zu sein: eine leistungsstarke Batterie.

Schnell kommen wir von den Kraftfahrzeugen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Hier begrüßt uns das Museum zum Anfassen und wir steigen in eine Straßenbahn aus vergangenen Tagen. Haltestellen waren zur Anfangszeit der Straßenbahn in München noch Mangelware, erfahren wir. Ganz im südländischen Flair fand in der gesamten Stadt ein Hop-on und Hop-off statt. Wer ein- oder aussteigen wollte, meldete das dem Straßenbahnfahrer. Dieser fuhr dann so langsam, dass man entweder auf- oder abspringen konnte. Heute kaum noch vorstellbar.

Bevor wir die Halle verlassen, wenden wir uns noch der Gegenwart und Zukunft zu. So interessant es auch für unsere Kleinen sein mag, die Vergangenheit physisch zu erleben, so interessant sind die Themen Stadt- und Verkehrsplanung sowie Zukunft der Mobilität für die Großen. Auf der Themeninsel Stadt- und Verkehrsplanung erwarten uns brandaktuelle Beispiele aus der Stadt München, die uns aufzeigen wie schwer es sein kann, gewachsene, vorhandene Infrastruktur zu durchbrechen und neu zu denken. Die Themeninsel zur Zukunft der Mobilität dagegen zeigt uns die umweltspezifischen Probleme aber auch Lösungen zu Fragen rund um das Thema Mobilität. Hier erfahren wir, wie die Stadt der Zukunft aussehen könnte.

Halle 2 – Reisen

Die Kutsche war nicht nur ein gängiges Fortbewegungsmittel in der Stadt, sie war – abgesehen vom Schiffsverkehr – lange Zeit das einzige „Massen“-Fortbewegungsmittel. Gemütlicher wurde das Reisen erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem Bahnverkehr. In Halle 2 erwarten uns die tollen Kolosse, die Millionen von Menschen und große Gütermengen in kurzer Zeit über große Strecken – manchmal sogar über Kontinente – beförderten. Von der Holzklasse bis hin zum rollenden Fünf-Sterne-Hotel: Hier können Groß und Klein die ganze Bandbreite des Zugverkehrs erkunden.

Wer auf mobilen Freiraum pochte, der konnte ab dem 20. Jahrhundert auf ein anderes, heute sehr gängiges Reisemittel setzen: das Auto. Ganz gleich ob als Familie im Mini-Van oder als Hippie-Kommune im VW Bulli. Noch heute dient das Auto vielen Menschen als Statussymbol und Freiheitsgarant. Halle 2 im Verkehrszentrum des Deutschen Museums bietet einen Überblick über die Entwicklung des Kraftfahrzeuges als Lieblingsfortbewegungsmittel im Zeitalter des Massentourismus. Mit bekannten Folgen: Staus, steigende Benzinpreise, schlechte Luft und volle Campingplätze dämpfen das Vergnügen.

Halle 3 – Mobilität und Technik

Wer in Halle 1 und 2 die großen Errungenschaften in puncto Mobilität bewundert hat, der wird in Halle 3 nun ganz zurückgeholt zum Menschen und seiner Natur. Auf der Funwelle in Halle 3 begrüßen uns Rollerblades, Skateboard und Skier. Denn Fortbewegung heißt zugleich auch Bewegung. Und Bewegung ist gesund. Hier erfahren wir, was Bewegung für das Überleben bedeutet und was sich Menschen haben einfallen lassen, um sich schneller fortzubewegen.

In der Radsportkurve und den Renntreppen werden wir Zeigen der Entwicklungen im Rad- und Motorsport, die ungefähr so alt sind, wie die Gefährte selbst. Die Sporträder und Rennwagen lieferten vor allem in ihrer Anfangszeit wichtige technische Impulse für die Entwicklung von individuellen Verkehrsmitteln. Wer lediglich an der Entwicklung des Fahrrads interessiert ist, begibt sich am besten zum Fahrradvorhang, wo rund 20 technisch besondere Exponate auf den Radinteressierten warten.

Hands-on im Kraftfahrzeugbereich: Die wichtigsten Teile und Funktionen von Fahrzeugen werden hier erklärt. Anfassen erwünscht! Wie Kraft, Motor, Differential, Kupplung, Getriebe und Räder zusammenhängen erfahren wir hier, bevor wir uns am Puffing Billy vorbei wieder nach draußen begeben.

Mehr zum Museum, zu Ticketpreisen, Öffnungszeiten oder dem Buchungsverfahren erfahrt ihr unter der Seite des Deutschen Museums: https://www.deutsches-museum.de/verkehrszentrum

Bildmaterial © Theresie

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