Theresies Gastronomen setzen auf Regionalität und Frische

Während behördliche Lockerungen greifen und die Gastronomie so langsam unter strengen Auflagen für das Essen in den Lokalen wiedereröffnen darf, stellt sich die Frage, welche nachhaltigen Auswirkungen die Corona-Krise auf das Gastgewerbe haben wird. Wir haben zwei Lokale in der Theresie, die Saftbar frooteria und die Münchner Suppenküche nach der Wiedereröffnung besucht, ihren „neuen Alltag“ erlebt und ihre Geschäftsführer interviewt, wie sie mit den neuen Herausforderungen umgehen und was ihre Gäste erwartet.

Sie haben Ihre Lokale seit einigen Tagen unter Auflagen nun wieder „normal“ geöffnet. Wie waren die letzten Wochen für Sie und wie erleben Sie den aktuellen Alltag?

Michaela Rozner, eine der beiden Geschäftsführerinnen der frooteria: „Die vergangenen Wochen waren für uns und unser Business mit vielen Höhen und Tiefen verbunden. An jedem einzelnen Tag des Lockdowns haben meine Zwillingsschwester Monika und ich uns gegenseitig motiviert, durchzuhalten und mit neuen Ideen die frooteria am Laufen zu erhalten. Unsere treuen Gäste haben uns beispielsweise durch Online-Bestellungen über Lieferando oder die Orda App oder sogar mit dem Kauf von Gutscheinen unterstützt. Dass Gäste nun bei uns nicht mehr nur togo einkaufen, sondern mit den Speisen auch verweilen dürfen und alles zumindest in Richtung einer neuen Normalität – wenn auch mit Abstandregeln und Masken – geht, freut uns sehr.“

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Stefan Tschoner, Geschäftsführer der Münchner Suppenküche: „In den vergangenen Wochen musste unsere Filiale in der Theresie leider geschlossen bleiben. Allerdings freut sich das ganze Suppenküchen-Team unheimlich, dass wir wieder geöffnet sind und Besucher mit frischen Salaten, warmen Suppen und Currys versorgen dürfen. Natürlich sind die behördlichen Vorgaben eine große Umstellung und die tägliche Planbarkeit stellt uns vor neuen Herausforderungen, aber wir denken immer positiv.“

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Wie wird die Corona-Krise die Gastronomie nachhaltig verändern?

Michaela Rozner: „Wir befürchten, dass die Firmen auch längerfristig das nun erprobte Arbeiten von Zuhause beibehalten werden, um zukünftig durch kleinere Bürogrößen hohe Mietausgaben zu vermeiden. Dadurch wird es, so denken wir, auch längerfristig für die Gastronomen große Einbußen beim Mittagsgeschäft geben. Gleichzeitig erhoffen wir uns ein Umdenken in der Gesellschaft hin zu einer höheren Wertschätzung von Lebensmitteln, die insbesondere in der Region erzeugt werden, und dass Menschen mehr Wert auf Qualität bei ihren Speisen legen werden.“

Stefan Tschoner: „Wir erwarten, dass der Trend zum außer Haus-Verzehr durch togo-Angebote oder Lieferservices verstärkt zunehmen wird. Dadurch muss sich die Gastronomie der neuen Arbeitsrealität anpassen. Auch glauben wir, dass auch in der Zukunft mehr Menschen im Homeoffice arbeiten und die täglichen Schwankungen der Besucherzahlen schwerer einschätzbar werden. Die tägliche Planbarkeit von frischen Lebensmitteln bis hin zu Personal sowie die Koordination des Lieferservices sind unsere neuen Herausforderungen.“

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Auf welche Leckereien, ob zu Hause oder vor Ort, dürfen sich Ihre Gäste derzeit freuen?

Michaela Rozner: „Frische, Regionalität und Saisonalität ist für uns besonders wichtig. Daher passen wir auch regelmäßig unsere Menükarte mit vielen veganen und vegetarischen Speisen und Getränken der jeweiligen Saison oder Jahreszeit an. Täglich lassen wir uns vom Großmarkt in Sendling mit frischem Obst und Gemüse beliefern. Zur aktuellen Spargelzeit darf natürlich unsere beliebte Spargelcremesuppe nicht fehlen. Alternativ bieten wir passend zum Sommer unseren Greek Bagel mit warmen Ziegenkäse, Honig, Aprikosen-Rosmarin-Frischkäse, Aprikosen und Salat an. Wer es fruchtig und erfrischend mag, dem können wir unsere Smoothies mit Wasser- oder Honigmelone empfehlen.“

Stefan Tschoner: „Die Münchner Suppenküche steht für Tradition, Natürlichkeit und Qualität. Alle unsere Gerichte sind frisch und ohne Zusatzstoffe zubereitet. Dafür werden wir täglich vom Großmarkt beliefert. Mindestens 80 Prozent der Frischewaren sind regional – und das hat für uns oberste Priorität. Unsere Besucher erwartet ein großes Angebot an veganen, vegetarischen oder auch Speisen mit Fleisch. So zum Beispiel die leichte Hühner- oder Rinderbrühe mit Einlagen, wie Suppennudeln oder Knödeln zum Zusammenstellen, die allseits beliebte Karotte-Kokos-Ingwer-Suppe oder die fruchtige sizilianische Tomatensuppe.“

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