Alles nur Knopfsache

Er ist schlicht, unscheinbar und meist rundlich. Trotzdem leistet er seit über 800 Jahren tolle Arbeit und ist aus unser aller Leben nicht mehr wegzudenken: Der Knopf. Jeder will ihn, jeder hat ihn. Auch Mehmet Üzüm, Inhaber der Reinigung und Schneiderei Samt & Seide an der Theresie, erfreut sich unterdessen an den mangelnden handwerklichen Fähigkeiten seiner Kunden. Fleißig näht er jeden abgelösten Knopf wieder an Ort und Stelle. Zusammen mit seiner Frau Ümran versuchen sie jeden Kundenwunsch nach bestem Wissen umzusetzen und somit Ihre Kunden glücklich zu machen. „Am Tag des Knopfes rechnen wir mit besonders vielen Kunden“, sagt der gebürtige Türke mit einem Grinsen im Gesicht. „Ich liebe meinen Job, auch wenn es ab und an stressig und schwer ist, da wir sehr genau und exakt arbeiten müssen“.

Dass Üzüm heute so viele Knöpfe annähen kann, ist dem bahnbrechenden Geistesblitz eines findigen Wanderers in einer abgelegenen Hütte in Deutschland zu verdanken. Die Idee als Ziergegenstand aus Knochen, Holz oder Perlmutt, aber dafür noch ohne Knopfloch oder Schlaufe, geht sogar schon zurück bis in die Antike. Abgesehen von seiner Funktion als Verschluss von Kleidungsstücken oder Behältnissen, dient er seit dem 14. Jahrhundert auf der ganzen Welt auch als modisches Accessoire. Und nicht zuletzt benannte Michael Ende seine Hauptfigur aus dem Kinderbuch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ nach dem nützlichen Alltagshelfer, da Frau Waas auf das nicht zu stopfende Loch von Jims Hose verzweifelt einen Knopf nähte. Grund genug, um am 16. November den „Tag des Knopfes“ gebührend zu feiern.

Im Laufe der letzten Jahrhunderte wurde der kleine Runde stets weiterentwickelt – von Ösen- Nieten-, Loch-, Zwirn-, Posamenten-, Knebel-, Druck-, bis hin zum Durchsteckknopf. Sieht man sich in der Schneiderei um, fallen zunächst allerdings weniger die Knöpfe auf als vielmehr die silber glänzenden Nähmaschinen. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man sie aber doch noch: Nadel und Faden. Die Üzüms sind stolz darauf, sagen zu können, dass sie das Handwerk des Schneiderns noch nach der alten Schule erlernen durften. Gerade die Knöpfe ließen sich nämlich nicht immer maschinell wieder annähen, sagen sie. Bei ihren Aufgaben legt die Schneiderei Samt & Seide in der Theresie besonders viel Wert darauf, ordentlich und nachhaltig zu arbeiten, damit wir den praktischen Verschluss im Alltag wieder strapazieren können. Und was, wenn uns – besonders nach der Weihnachtszeit – doch mal wieder ein Knopf abspringt und für immer unauffindbar bleibt? Kein Problem! Genau für solche Fälle werden im chinesischen Qiatotou jedes Jahr in etwa 15 Milliarden Knöpfe produziert, um unsere Lieblingskleidungsstücke wieder einsatzfähig zu machen. Na dann: Lasst Euch die Plätzchen und Lebkuchen schmecken!

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